2. Das Sabbat-Jahr Nach dem talmudischen Gesetz (das sich auf 3. Mose 25 gründet) muß das in jüdischem Besitz befindliche Land in Palästina in jedem siebten Jahr ("Sabbatjahr") brachliegen und darf dann nicht bearbeitet (auch nicht abgeerntet) werden. Es gibt überwältigende Beweise dafür, daß dieses Gesetz etwa tausend Jahre lang, vom 5. Jahrhundert v. Chr. an bis zum Verschwinden der jüdischen Landwirtschaft in Palästina, streng befolgt wurde. Als es später keine Gelegenheit mehr zur praktischen Anwendung des Gesetzes gab, blieb es theoretisch unverändert stehen. In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts jedoch, als sich die ersten jüdischen Landwirtschaftskolonien in Palästina bildeten, bereitete es in der Praxis Schwierigkeiten. Die mit den Siedlern sympathisierenden Rabbiner erfanden zur Abhilfe eine Dispensation, die später von ihren Nachfolgern in den religiösen zionistischen Parteien perfektioniert und so zu einer festen Gewohnheit in Israel wurde. Diese Dispensation funktioniert wie folgt. Kurz vor einem Sabbat-Jahr übergibt der Innenminister Israels dem Oberrabbiner ein Dokument, das ihn zum rechtmäßigen Eigentümer sämtlichen privaten und öffentlichen Landes in Israel ernennt. Bewaffnet mit diesem Stück Papier geht der Oberrabbiner zu einem Nichtjuden und verkauft ihm das gesamte Land Israels (und seit 1967 auch das der besetzten Gebiete) für einen symbolischen Betrag. In einem separaten Dokument ist festgelegt, daß der "Käufer" nach Ablauf des Jahres das Land wieder "zurückverkauft". Dieser Vorgang wiederholt sich alle sieben Jahre, und zwar in der Regel mit demselben "Käufer". Nichtzionistische Rabbiner erkennen die Gültigkeit dieser Dispensation nicht an und sagen ganz richtig, daß sich das ganze Geschäft auf einer Sünde gründe und somit null und nichtig sei, weil das religiöse Gesetz es Juden verbiete, Land in Palästina an Nichtjuden zu verkaufen. Der zionistische Rabbiner entgegnet darauf jedoch, verboten sei lediglich ein echter und kein fiktiver Verkauf!
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A/ 1- Israel - ein Utopia für Auserwählte?
B/ 6- Vorurteile und Verfälschungen
C/ 12- Orthodoxie und Interpretation
D/ 23- Die Bürde der Geschichte
E/ 33- Gesetze gegen Nichtjuden
F/ 49- Politische Konsequenzen
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