1. England, Frankreich und Italien Da die erste Zeit jüdischer Anwesenheit in England sehr kurz war und mit der Entwicklung der nationalen Monarchie zusammenfiel, kann dieses Land als bestes Beispiel für das obige Schema dienen. Wilhelm der Eroberer brachte die Juden als Teil der französischsprachigen normannischen Herrscherklasse hauptsächlich zu dem Zweck nach England, den geistlichen und weltlichen Feudalherren Kredite zu gewähren, da sie sonst keine Möglichkeit hatten, ihre Lehensabgaben zu bezahlen. Diese Abgaben waren in England besonders hoch und wurden in dieser Zeit nachdrücklicher als in allen anderen europäischen Monarchien eingetrieben. Der wichtigste königliche Schutzherr der Juden war Heinrich II. Die Magna Charta steht jedoch für den Beginn ihres Abstiegs, der sich während des Konflikts der Barone mit Heinrich III. fortsetzte. Die vorübergehende Beilegung des Konflikts durch Eduard I. sowie die Einführung des Parlaments und der "normalen" und festen Besteuerung wurde von der Austreibung der Juden begleitet. Ebenso erlebten die Juden in Frankreich eine Blüte während der Bildung feudaler Fürstentümer im 11. und 12. Jahrhundert einschließlich der königlichen Ländereien. Ihr bester Schutzherr unter den Kapetingern war Ludwig VII. (1137 bis 1180), ungeachtet seiner tiefen und aufrichtigen christlichen Frömmigkeit. Zu jener Zeit zählten sich die Juden in Frankreich zu den Edelleuten (paraschim auf Hebräisch). Die führende jüdische Autorität in Frankreich, Rabbenu Tam, warnt sie davor, einer Einladung eines Feudalherren zur Niederlassung auf seinem Landgut zu folgen, sofern sie nicht ähnliche Privilegien wie die anderen Edelleute erhalten. Der Niedergang ihrer Stellung beginnt mit Philipp II. Augustus, dem Urheber der politischen und militärischen Allianz der Krone mit aufsteigenden städtischen Kommune-Bewegungen, und setzt sich unter Philipp IV., dem Schönen, fort, der erstmals die drei Generalstände für ganz Frankreich zusammenrief, um Unterstützung gegen den Papst zu erhalten . Die schließliche Austreibung der Juden aus ganz Frankreich ist eng mit der festen Einrichtung der Besteuerungsrechte der Krone und dem nationalen Charakter der Monarchie verbunden. Ähnliche Beispiele lassen sich aus anderen europäischen Ländern anführen, in denen die Juden während dieser Zeit lebten. Während wir das christliche Spanien und Polen noch etwas ausführlicher behandeln wollen, läßt sich in Italien, wo viele Stadtstaaten eine republikanische Herrschaftsform hatten, dieselbe Regelmäßigkeit erkennen. Eine besondere Blüte erlebten die Juden im Kirchenstaat, im Königreich beider Sizilien (bis sie 1540 auf spanischen Befehl vertrieben wurden) und in den feudalen Enklaven von Piemont. In den großen unabhängigen Handelsstädten wie Florenz war ihre Anzahl jedoch gering und ihre soziale Rolle ohne Bedeutung
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A/ 1- Israel - ein Utopia für Auserwählte?
B/ 6- Vorurteile und Verfälschungen
C/ 12- Orthodoxie und Interpretation
D/ 23- Die Bürde der Geschichte
E/ 33- Gesetze gegen Nichtjuden
F/ 49- Politische Konsequenzen
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